Apotheken und auch spezialisierte (Online-)Shops bieten zahlreiche Produkte zum Ankurbeln des Stoffwechsels und zum Abnehmen an – und das oft ganz ohne Rezept. Doch was genau bewirken Fettblocker, Kohlenhydratblocker oder Stoffwechselbeschleuniger im Kampf gegen Fettpolster?

Schmaler Grat zwischen Nahrungsergänzung und Medizinprodukt

Nahezu jede Woche kommen neue Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen auf den Markt. Jedes einzelne wird angepriesen als das Wundermittel schlechthin gegen Übergewicht, als unglaublicher Appetitzügler oder revolutionärer Fatburner. Weil sie einen erheblichen Einfluss auf den Organismus ausüben, handelt es sich bei solchen Produkten eigentlich gar nicht mehr um klassische Nahrungsergänzungsmittel, sondern vielmehr um rezeptfreie Medizinprodukte.

Einige binden das zugeführte Fett, sodass es nicht verwertet werden kann, andere schleusen Kohlenhydrate unverdaut durch den Körper. Wieder andere Mittel sollen dabei helfen, die Fettverbrennung durch Inhaltsstoffe zu beschleunigen, welche den Organismus zu einer erhöhten Stoffwechselreaktion zwingen. Nicht zu vergessen sind Sättigungskapseln, die ein Sattheitsgefühl vorgaukeln und dadurch zu einer verringerten Kalorienaufnahme beitragen.

Auch wenn es eine Vielzahl solcher Produkte gibt, sind sich Mediziner und Ernährungsexperten weitgehend einig: Wer abnehmen möchte, sollte in erster Linie viel Sport treiben und sich möglichst ausgewogen mit natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln ernähren. Bei der Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Präparaten sollte man immer genau abwägen und sich sicherheitshalber von einem Fachmann beraten lassen.

Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen:
Schlankheitsmittel im Vergleich

  • 1) Fettblocker Chitosan
    Chitosan ist ein Ballaststoff, der in dem Ruf steht, Fette binden zu können. Daher werden Chitosan-Kapseln als sogenannter Fettblocker verkauft. Durch die Einnahme sollen die verzehrten Fette nicht verwertet werden, sondern unverdaut ausgeschieden werden. Und was nicht verwertet wird, kann auch kein Fettpolster werden.

    Experten sind sich aber einig, dass man mit der Einnahme von Chitosan und anderen Fettblockern allenfalls als Ergänzung Erfolge erzielen kann. Somit muss man unabhängig von der Einnahme die Kalorienzufuhr reduzieren oder den Kalorienverbrauch hochfahren.

  • Laut der Stiftung Warentest gibt es keine einzige Studie, die belegt, dass man mit Fettblockern wirkungsvoll abnehmen und sein Wunschgewicht halten kann. Verbraucherschützer und Ernährungswissenschaftler warnen zudem bei regelmäßiger Einnahme vor einem hohen Fettgehalt im Stuhl, wodurch Durchfall begünstigt wird. Auch könnte die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen durch die Einnahme von Fettblockern deutlich beeinträchtigt sein, sodass ein Mangel entstehen kann.

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  • 2) Kohlenhydratblocker / Carb Blocker
    Kohlenhydratblocker bedienen den zweiten „problematischen“ Makronährstoff, wenn es um das Annehmen geht. Kohlenhydratblocker hemmen ein Verdauungsenzym, welches für die Spaltung von Kohlenhydraten zuständig ist.

    Dadurch sollen Kohlenhydrate weniger im Körper ansetzen, was vor allem über Nacht für den Aufbau von Fettpolstern sorgen kann. Allerdings wird auch hier von Verbraucherinstituten gewarnt. Wenn zu viel Stärke unverdaut ausgeschieden wird, drohen Durchfall oder Blähungen.

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  • 3) Sättigungskapseln
    Sättigungskapseln dämpfen das Hungergefühl erwiesenermaßen. Sie können daher das Abnehmen erleichtern, indem man weniger Kalorien zu sich nimmt als ohne diese Hilfe. Enthalten in den Sättigungskapseln ist oft der Ballaststoff Glucomannan aus der asiatischen Konjakwurzel (Teufelszunge). Wichtig ist bei der Einnahme, ausreichend zu trinken, weil die in den Sättigungskapseln enthaltenen Ballaststoffe nur mit viel Flüssigkeit aufquellen und sich im Magen breit machen können.

    Dauerhaft praktikabel ist die Einnahme aber nur dann, wenn der Organismus dennoch mit ausreichend Proteinen, komplexen Kohlenhydraten, ungesättigten Fetten sowie vielen Spurenelementen und Mineralstoffen versorgt wird.

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  • 4) Appetitbremsen
    Etwas leichter verdaulich als Sättigungskapseln sind Appetitbremsen. Extrakte von Mate oder Guarana etwa dämpfen auf natürlich sanfte Weise den Hunger und regen den Stoffwechsel an. Allerdings wirken auch solche „Naturprodukte“ leicht entwässernd, weswegen man bei regelmäßiger Einnahme viel trinken und sich mineralstoffreich ernähren sollte. Nebenwirkungen sind bei natürlichen Appetitbremsen bislang nicht nachgewiesen, allerdings sollen sie beim Abnehmen und für das Ankurbeln des Stoffwechsels nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein: Auch wenn manche Anbieter erhöhte Stoffwechselraten in der Größenordnung wie nach einem einstündigen Dauerlauf versprechen, machen die nachgewiesenen Effekte bislang nur einen Bruchteil dessen aus.
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  • 5) Klassische Stoffwechsel-Beschleuniger
    Manche Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen enthalten Extrakte aus Obst und Gemüse, die den Stoffwechsel ankurbeln und so den Kalorienverbrauch ganz ohne zusätzliche Bewegung in Schwung bringen sollen. Aber auch Extrakte aus Tees sowie bekannte Stoffe wie L-Carnitin oder Koffein sollen das Abnehmen beschleunigen. Der durchschlagende Nutzen dieser Fatburner wird von renommierten Instituten aber nach wie vor angezweifelt. Zumindest im Vergleich zu einem Workout kann man mit Stoffwechsel-Beschleunigern nicht viel ausrichten.
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  • 6) Entschlackungsmittel
    Besonders in der Fastenzeit schwören viele Menschen traditionell auf Entschlackungskuren. Überschüssiges Wasser und andere Reststoffe (sogenannte Schlacken) sollen aus dem Körper getrieben werden. Fertiggerichte, Wurst, Käse, salzige Snacks, Süßigkeiten, Koffein, Nikotin und Alkohol, aber auch Umweltgifte und Stress setzten dabei dem Organismus zu und übersäuern ihn.

    Neben Hausmitteln wie z.B. Flohsamen und viel Flüssigkeit gibt es spezielle Ampullen, Sticks oder Kapseln, die den Schlacken zu Leibe rücken sollen. Um den Körper zu „reinigen“, sind solche Entschlackungskuren durchaus sinnvoll, doch zum nachhaltigen Abnehmen sind sie nicht geeignet. Der Wasserverlust ist enorm, der Körper verliert viele Mineralstoffe und auch Harnsäurespiegel sowie Blutzuckerwerte können sich dramatisch verändern.

  • 7) Diät-Wundermittel: Enzyme, Algen und Co.
    Zu den neuesten Diät-Wundermitteln gehören als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältliche Enzyme, Algen und Hormone. Enzyme aus tropischen Früchten etwa sollen die Verdauung von Eiweißen unterstützen und so den Muskelaufbau unterstützen – zugleich ist jede Muskelzelle im Körper ein Stoffwechselturbo, der das Abnehmen enorm unterstützt.

    Auch Algenjod soll den Stoffwechsel beschleunigen. Allerdings wurden bei derartigen Präparaten laut dem Informationsdienst für Verbraucher bereits heftige Nebenwirkungen wie Zittern, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen oder Herzrhythmusstörungen festgestellt. Hinzu kommt ein hoher Kostenfaktor.

Fazit: Wie gut sind Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen?

Viele Nahrungsergänzungsmittel zum Abnehmen versprechen zahlreiche Vorzüge. Ein verringertes Hungergefühl etwa ist ebenso ansprechend wie das „glatte“ Durchrutschen von Fetten oder Kohlenhydraten durch den Organismus. Allerdings bergen derartige Mittel auch einige Nebenwirkungen.

Sanftere Mittel wie Extrakte oder natürliche Stoffwechselbeschleuniger auf der anderen Seite erzielen kaum die Wirkung die es braucht, um ganz ohne Sport und eine angepasste, protein- und ballaststoffreiche Ernährung effektiv den Stoffwechsel anzukurbeln und Fett zu verbrennen.

Weil die Einnahme zudem einen Kostenfaktor darstellt, sollte man Abnehmversuche mit Nahrungsergänzungsmitteln genau überdenken und sich zudem von einem Experten beraten lassen.